Drohne zur…

…Kitzrettung // Wildschadensaufnahme // Sauensuche im Mais // Jagdvorbereitung // Nachsuche

 

Vielseitig in der Anwendung. Drohne das Zauberwort und Allheilmittel?

Nein. Das ist meine Antwort ganz zu Anfang. Auf den Menschen oder die Hunde kann man nicht verzichten. Überschätzen darf man die Fähigkeiten nicht, denn es sind viele Faktoren (Witterung, Tages- Jahreszeit, Außentemperatur, Gelände) wichtig, die man beachten muss. Dazu im Verlauf mehr.

Allerdings vorweg unser aller Statement: Diese Anschaffung hat sich gelohnt.

Mähperiode:

Über 40 gerettete Kitze und Kälber im Zeitraum von gut 6 Wochen sprechen eine deutliche Sprache.

Anfang Mai: Es ist Saison. Es ist die Zeit in der im hohen Gras Kitze und Kälber von den Müttern bei der Geburt abgelegt werden. Hier werden sie in der ersten Lebensphase gesäugt und später mitgeführt.

Während der ersten zwei Lebenswochen stellt man fest, dass die Kitze sich bei Störung an den Boden drücken, um nicht bemerkt zu werden. Es ist angeborenes Verhalten. So sind sie dem Mähtod ausgeliefert, wenn keine Rettung kommt.

In der späteren Lebensphase erlernen sie von der Mutter, dass auch die Flucht bei Störung eine Möglichkeit der Überlebensstrategie sein kann.

Kommen wir zum Mähen. Das vorgeschriebene Mähsystem, von innen nach außen, wird von den meistens Landwirten nicht eingehalten. So werden die Kitze quasi auf der Wiese eingesperrt und können nicht mehr flüchten, was sie in der ersten Lebenswoche sowieso nicht tun. Meistens werden sie sogar in Waldnähe geboren und bleiben dort auch liegen. Auf den ersten drei Runden werden sie vom Mähwerk bereits erwischt, überleben zum Teil und werden dann vom Traktorfahrer in der Not unsachgemäß getötet.

In den späteren Lebenswochen springt das Jungwild bei Störung eher auf und sucht Deckung im Wald.

Die Informationskette zum Einsatz der Drohne läuft meistens über die Jagdaufseher zu uns und wir setzen die Drohne ein. Mittlerweile melden sich die Lohnunternehmer und Landwirte selbst frühzeitig und melden den Mähtermin an.

Meist ist es sonnig und wir müssen sehr früh in den Einsatz. Die Analyse der Wärmebilddaten funktioniert sehr viel einfacher und sicherer, wenn die Außentemperatur noch niedrig ist und die Kitze bei einer Flughöhe von 60 bis 80 Metern ohne Störungen von anderen, in der Sonne aufgewärmten Stellen, wie Metallzäune oder Maulwurfhaufen ausfindig gemacht werden können.

Nach ca. 9 Uhr morgens ist die Sonne oft bereits so stark, dass ggf. vorhandene Störfaktoren, wie Folie, Maulwurfshaufen, Steine, Zäune Wühlschäden von Sauen, etc. aufgewärmt werden und so den gleichen Temperaturbereich wie die zu suchenden Kitze erreichen.

Jetzt kommt die optische Kamera zum Einsatz. Im hohen Gras ist ein einfaches Erkennen der gedrückten Kitze aus der Höhe von 60-80 m jedoch auf dem kleinen Bildschirm oft nicht leicht. So müssen diese Stellen von einer Begleitperson abgelaufen und kontrolliert werden. Also besser morgens zwischen 4 und 9 Uhr suchen, auch wenn es schwerfällt.

Zum Prozedere: Man stellt die Drohne im Flug etwa 20 Meter über das angezeigte Kitz oder Kalb. Über Funk führt man die Helfer mit Karton zur Fundstelle. Hier kann man das in Gras eingepackte Kitz mit Handschuhen anfassen und in den Karton legen. Jetzt empfiehlt es sich das aufgefundene Tier bis nach dem Mähen im Karton zu belassen, weil es nach dem Aussetzen innerhalb weniger Minuten wieder in die betreffende Wiese zurückgekehrt sein kann.

Ähnlich verhält es sich beim Auffinden bereits flüchtenden Jungwildes. Kommt der Helfer nahe heran, springen es auf und ist im Wald verschwunden. Damit nicht genug, jetzt muss sehr schnell gemäht werden, denn auch hier ziehen die Kitze und Kälber alsbald wieder in ihren Tageseinstand, sprich diese Wiese.

Falls es nicht möglich ist das Kitz zwischenzeitlich bis zum Mähen in dem Karton zu belassen, empfiehlt es sich unbedingt sog. Rehscheuchen (Pfahl mit angehängtem, leichtem Papier –oder Plastiksack, der sich im Wind bewegt) aufzustellen um so das Kitz, bzw. die Ricke zumindest kurzfristig vor einem Zurückwechseln in die Wiese abzuhalten.

Daher ist es wichtig, den Kontakt zum Traktorfahrer zu halten, damit er sofort zum Mähen kommt.

Wir versuchen im Verlauf immer eine Wiese Vorsprung zu halten und fragen daher nach, welche Wiese als nächstes dran ist.

Wildschadensfeststellung:

Wir nutzen hier die optische Farbkamera der Drohne, um uns ein Bild zu machen. Insbesondere bei Maisfeldern mit hohem Pflanzenwuchs ist das sehr sinnvoll, um zu sehen, ob Schwarzwild oder Rotwild bereits zu Schaden gegangen sind. Um in diesen Fällen eine quadratmetergenaue Bestimmung der Schadstellen zu erzeugen, müsste jedoch eine mit der Drohne kompatible Schlagkarteisoftware beim betroffenen Landwirt vorhanden sein. Einigen Landwirte nutzen dieses System bereits für Dünger- und Pflanzenschutzarbeiten. Auch bei Getreide und insbesondere bei Grünland erzeugt der Überblick von oben ein sehr genaues Bild der Schäden. Hier kann ein auf Basis der in Luft schwebenden Drohnenbilder per Funk eingewiesener Helfer Außenmarkierungen der betroffenen Bereiche anbringen. Diese werden und später einfach und genau manuell ausgemessen.

Die konkrete Schadensregulierung erfolgt dann immer und ausschließlich zwischen Ersatzpflichtigem und betroffenem Landwirt. Die Drohne liefert hierbei, neben der Hilfestellung bei der Schadensflächenermittlung, beweiskräftige, Fotos der Schäden.

Sauen im Mais:

Intensive Jagd, Verstänkern und Elektrozäune am Mais sind nicht 100 prozentig wirksam. Immer wieder durchbrechen Sauen trotz scharfer Bejagung den Zaun und finden sich im „gelobten Land“ wieder. Mais soweit der „Wurf“ reicht. Mittels Drohnenwärmebildkamera kann man in einer Höhe von 30 bis 50 Metern das Wild sehr gut ausmachen. Rotwild reagiert hier auf das Fluggeräusch der Drohne oft etwas unsicher und beginnt zu ziehen, Rehwild hält etwas länger aus. Sauen sind durchaus stur. Sie bewegen sich nur mühsam und bleiben in der vermeintlichen Deckung, sind aber weiterhin sehr gut im Wärmekamerabild erkennbar. Dadurch kann man nach dem Aufspüren mit der Wärmebildkamera, unter Einsatz der optischen Kamera oft sehr nahe an das Schwarzwild hinunter fliegen und sehr genau sehen, um welche Stücke es sich handelt.

So konnten wir bereits gestochen scharfe Fotos von Schwarzwild aus einer Flughöhe von 1,4m über der Pflanzendecke machen, ohne die Stücke zum Verlassen des Platzes zu bewegen.

Der Mensch und die Hunde:

In einem Fall hatten wir 7 Sauen im Mais festgestellt. Schnell waren ein paar Jäger und eine kleine Hundemeute alarmiert. Nach wenigen Minuten machten die Terrier die Sauen locker und es konnten 6 Schwarzkittel erlegt werden. Die Drohne ist also nur Mittel zum Zweck ist.

Vorbereitung zur Jagd:

Ob Mais- oder Waldjagd, es ist ein Vorteil, wenn man vorher bestimmte Einstände abfliegen kann, um wirklich gezielt zu jagen. Dabei liefern noch nicht vollständig geschlossene Kulturflächen im Wald, Hecken oder Laubholzdickungen im blattlosen Stadium (Winter) sehr gute Ergebnisse. Bei von oben nach unten lückenlos geschlossenen Fichtendickungen stößt das Wärmebild an seine Grenzen.

Flächen, die nicht erfolgversprechend sind, lässt man aus und die Hunde werden nicht unnötig ermüdet. Deren Passion lässt auch wie bei uns nach ein paar Stunden nach.

Witterung und Temperatur:

Bei Regen wird nicht geflogen, weil Wasser in die Elektronik eindringen kann. Nebel ist bereits bedenklich und es muss die Flughöhe von 20 Metern unterschritten werden, damit die automatische Wärmequellenfindung anspricht.

Im Jahresverlauf sind die Tiere unterschiedlich dick mit Fettreserven versorgt. Das macht sich bei der Suche mit der Wärmebildkamera sehr deutlich bemerkbar.

Kitze im Mai haben eine Oberflächentemperatur von 32 bis 36 Grad. Rotwild ebenfalls.

Sauen im September zeigen je nach Größe nur noch eine Körpertemperatur von 18 bis 29 Grad.

An kalten Oktobertagen misst man auf der Schwarte von stärkeren Sauen nur noch 3 bis 9 Grad.

Und im Winter bleibt der Schnee auf der Schwarte bzw. Decke liegen und das Ergebnis unterscheidet sich nur noch gering vom Umfeld.

Allerdings sieht man die helle Wärmequelle immer noch sehr deutlich.

Der Organismus der Wildtiere stellt sich um, sodass man ums Gebräch und am Stich noch wärmere Stellen findet.

Es ist also eine Gewöhnungssache, bis man sich auf die veränderten Gegebenheiten eingestellt hat und die Erfahrung einem weiterhilft.

Nachsuchen mit der Drohne:

Zusätzlich haben wir einen Handhalter angeschafft. Die WBK kann hier einfach adaptiert werden und ist für den Einsatz am Boden nach dem Schuss vorbereitet.

Wenige Minuten nach dem Schuss sind noch warme Schweiß- oder Hautpartikel am Anschuss zu finden. In offenen Beständen kann man das Gelände weiträumig absuchen und wird durchaus fündig, denn der Wildkörper ist sehr deutlich sichtbar. Die Entfernung kann hier sogar einige hundert Meter betragen, sofern die Optik das Objekt tatsächlich direkt anstrahlen kann.

Bei Nachsuchen in die Dämmerung hinein wird die weitere Suche meist abgebrochen und erst am nächsten Morgen weitergeführt. Hier empfiehlt sich lediglich ein Einsatz der Wärmebildkamera zum Aufsuchen des Anschusses, sowie zum von dort aus gehenden Absuchen der näheren Umgebung. Dies sollunbedingt verhindern, dass die potentielle Krankfährte, sowie Pirschzeichen nicht durch unbedachtes darüber Laufen zur Belastung einer späteren Nachsuche mit einem Schweißhund wird.

Eine längere Nachsuche bleibt daher nach wie vor unbedingt einem Spezialisten vorbehalten.

Auch hier gilt: Der Schweißhund ist durch nichts zu ersetzen.

Fazit:

Die Investition von ca. 13.000 € kann nicht als Maßstab für die Wertigkeit genommen werden. Wir sind dankbar, dass uns Sponsoren die Anschaffung möglich gemacht haben.

Unser zeitlicher Aufwand ist enorm und wir leisten den gerne im Sinne des Natur- und Tierschutzes.

Vielseitig in der Anwendung. Drohne das Zauberwort und Allheilmittel?

Nein. Das ist meine Antwort ganz zu Anfang. Auf den Menschen oder die Hunde kann man nicht verzichten. Überschätzen darf man die Fähigkeiten nicht, denn es sind viele Faktoren (Witterung, Tages- Jahreszeit, Außentemperatur, Gelände) wichtig, die man beachten muss. Dazu im Verlauf mehr.

Allerdings vorweg unser aller Statement: Diese Anschaffung hat sich gelohnt.

Mähperiode:

Über 40 gerettete Kitze und Kälber im Zeitraum von gut 6 Wochen sprechen eine deutliche Sprache.

Anfang Mai: Es ist Saison. Es ist die Zeit in der im hohen Gras Kitze und Kälber von den Müttern bei der Geburt abgelegt werden. Hier werden sie in der ersten Lebensphase gesäugt und später mitgeführt.

Während der ersten zwei Lebenswochen stellt man fest, dass die Kitze sich bei Störung an den Boden drücken, um nicht bemerkt zu werden. Es ist angeborenes Verhalten. So sind sie dem Mähtod ausgeliefert, wenn keine Rettung kommt.

In der späteren Lebensphase erlernen sie von der Mutter, dass auch die Flucht bei Störung eine Möglichkeit der Überlebensstrategie sein kann.

Kommen wir zum Mähen. Das vorgeschriebene Mähsystem, von innen nach außen, wird von den meistens Landwirten nicht eingehalten. So werden die Kitze quasi auf der Wiese eingesperrt und können nicht mehr flüchten, was sie in der ersten Lebenswoche sowieso nicht tun. Meistens werden sie sogar in Waldnähe geboren und bleiben dort auch liegen. Auf den ersten drei Runden werden sie vom Mähwerk bereits erwischt, überleben zum Teil und werden dann vom Traktorfahrer in der Not unsachgemäß getötet.

In den späteren Lebenswochen springt das Jungwild bei Störung eher auf und sucht Deckung im Wald.

Die Informationskette zum Einsatz der Drohne läuft meistens über die Jagdaufseher zu uns und wir setzen die Drohne ein. Mittlerweile melden sich die Lohnunternehmer und Landwirte selbst frühzeitig und melden den Mähtermin an.

Meist ist es sonnig und wir müssen sehr früh in den Einsatz. Die Analyse der Wärmebilddaten funktioniert sehr viel einfacher und sicherer, wenn die Außentemperatur noch niedrig ist und die Kitze bei einer Flughöhe von 60 bis 80 Metern ohne Störungen von anderen, in der Sonne aufgewärmten Stellen, wie Metallzäune oder Maulwurfhaufen ausfindig gemacht werden können.

Nach ca. 9 Uhr morgens ist die Sonne oft bereits so stark, dass ggf. vorhandene Störfaktoren, wie Folie, Maulwurfshaufen, Steine, Zäune Wühlschäden von Sauen, etc. aufgewärmt werden und so den gleichen Temperaturbereich wie die zu suchenden Kitze erreichen.

Jetzt kommt die optische Kamera zum Einsatz. Im hohen Gras ist ein einfaches Erkennen der gedrückten Kitze aus der Höhe von 60-80 m jedoch auf dem kleinen Bildschirm oft nicht leicht. So müssen diese Stellen von einer Begleitperson abgelaufen und kontrolliert werden. Also besser morgens zwischen 4 und 9 Uhr suchen, auch wenn es schwerfällt.

Zum Prozedere: Man stellt die Drohne im Flug etwa 20 Meter über das angezeigte Kitz oder Kalb. Über Funk führt man die Helfer mit Karton zur Fundstelle. Hier kann man das in Gras eingepackte Kitz mit Handschuhen anfassen und in den Karton legen. Jetzt empfiehlt es sich das aufgefundene Tier bis nach dem Mähen im Karton zu belassen, weil es nach dem Aussetzen innerhalb weniger Minuten wieder in die betreffende Wiese zurückgekehrt sein kann.

Ähnlich verhält es sich beim Auffinden bereits flüchtenden Jungwildes. Kommt der Helfer nahe heran, springen es auf und ist im Wald verschwunden. Damit nicht genug, jetzt muss sehr schnell gemäht werden, denn auch hier ziehen die Kitze und Kälber alsbald wieder in ihren Tageseinstand, sprich diese Wiese.

Falls es nicht möglich ist das Kitz zwischenzeitlich bis zum Mähen in dem Karton zu belassen, empfiehlt es sich unbedingt sog. Rehscheuchen (Pfahl mit angehängtem, leichtem Papier –oder Plastiksack, der sich im Wind bewegt) aufzustellen um so das Kitz, bzw. die Ricke zumindest kurzfristig vor einem Zurückwechseln in die Wiese abzuhalten.

Daher ist es wichtig, den Kontakt zum Traktorfahrer zu halten, damit er sofort zum Mähen kommt.

Wir versuchen im Verlauf immer eine Wiese Vorsprung zu halten und fragen daher nach, welche Wiese als nächstes dran ist.

Wildschadensfeststellung:

Wir nutzen hier die optische Farbkamera der Drohne, um uns ein Bild zu machen. Insbesondere bei Maisfeldern mit hohem Pflanzenwuchs ist das sehr sinnvoll, um zu sehen, ob Schwarzwild oder Rotwild bereits zu Schaden gegangen sind. Um in diesen Fällen eine quadratmetergenaue Bestimmung der Schadstellen zu erzeugen, müsste jedoch eine mit der Drohne kompatible Schlagkarteisoftware beim betroffenen Landwirt vorhanden sein. Einigen Landwirte nutzen dieses System bereits für Dünger- und Pflanzenschutzarbeiten. Auch bei Getreide und insbesondere bei Grünland erzeugt der Überblick von oben ein sehr genaues Bild der Schäden. Hier kann ein auf Basis der in Luft schwebenden Drohnenbilder per Funk eingewiesener Helfer Außenmarkierungen der betroffenen Bereiche anbringen. Diese werden und später einfach und genau manuell ausgemessen.

Die konkrete Schadensregulierung erfolgt dann immer und ausschließlich zwischen Ersatzpflichtigem und betroffenem Landwirt. Die Drohne liefert hierbei, neben der Hilfestellung bei der Schadensflächenermittlung, beweiskräftige, Fotos der Schäden.

Sauen im Mais:

Intensive Jagd, Verstänkern und Elektrozäune am Mais sind nicht 100 prozentig wirksam. Immer wieder durchbrechen Sauen trotz scharfer Bejagung den Zaun und finden sich im „gelobten Land“ wieder. Mais soweit der „Wurf“ reicht. Mittels Drohnenwärmebildkamera kann man in einer Höhe von 30 bis 50 Metern das Wild sehr gut ausmachen. Rotwild reagiert hier auf das Fluggeräusch der Drohne oft etwas unsicher und beginnt zu ziehen, Rehwild hält etwas länger aus. Sauen sind durchaus stur. Sie bewegen sich nur mühsam und bleiben in der vermeintlichen Deckung, sind aber weiterhin sehr gut im Wärmekamerabild erkennbar. Dadurch kann man nach dem Aufspüren mit der Wärmebildkamera, unter Einsatz der optischen Kamera oft sehr nahe an das Schwarzwild hinunter fliegen und sehr genau sehen, um welche Stücke es sich handelt.

So konnten wir bereits gestochen scharfe Fotos von Schwarzwild aus einer Flughöhe von 1,4m über der Pflanzendecke machen, ohne die Stücke zum Verlassen des Platzes zu bewegen.

Der Mensch und die Hunde:

In einem Fall hatten wir 7 Sauen im Mais festgestellt. Schnell waren ein paar Jäger und eine kleine Hundemeute alarmiert. Nach wenigen Minuten machten die Terrier die Sauen locker und es konnten 6 Schwarzkittel erlegt werden. Die Drohne ist also nur Mittel zum Zweck ist.

Vorbereitung zur Jagd:

Ob Mais- oder Waldjagd, es ist ein Vorteil, wenn man vorher bestimmte Einstände abfliegen kann, um wirklich gezielt zu jagen. Dabei liefern noch nicht vollständig geschlossene Kulturflächen im Wald, Hecken oder Laubholzdickungen im blattlosen Stadium (Winter) sehr gute Ergebnisse. Bei von oben nach unten lückenlos geschlossenen Fichtendickungen stößt das Wärmebild an seine Grenzen.

Flächen, die nicht erfolgversprechend sind, lässt man aus und die Hunde werden nicht unnötig ermüdet. Deren Passion lässt auch wie bei uns nach ein paar Stunden nach.

Witterung und Temperatur:

Bei Regen wird nicht geflogen, weil Wasser in die Elektronik eindringen kann. Nebel ist bereits bedenklich und es muss die Flughöhe von 20 Metern unterschritten werden, damit die automatische Wärmequellenfindung anspricht.

Im Jahresverlauf sind die Tiere unterschiedlich dick mit Fettreserven versorgt. Das macht sich bei der Suche mit der Wärmebildkamera sehr deutlich bemerkbar.

Kitze im Mai haben eine Oberflächentemperatur von 32 bis 36 Grad. Rotwild ebenfalls.

Sauen im September zeigen je nach Größe nur noch eine Körpertemperatur von 18 bis 29 Grad.

An kalten Oktobertagen misst man auf der Schwarte von stärkeren Sauen nur noch 3 bis 9 Grad.

Und im Winter bleibt der Schnee auf der Schwarte bzw. Decke liegen und das Ergebnis unterscheidet sich nur noch gering vom Umfeld.

Allerdings sieht man die helle Wärmequelle immer noch sehr deutlich.

Der Organismus der Wildtiere stellt sich um, sodass man ums Gebräch und am Stich noch wärmere Stellen findet.

Es ist also eine Gewöhnungssache, bis man sich auf die veränderten Gegebenheiten eingestellt hat und die Erfahrung einem weiterhilft.

Nachsuchen mit der Drohne:

Zusätzlich haben wir einen Handhalter angeschafft. Die WBK kann hier einfach adaptiert werden und ist für den Einsatz am Boden nach dem Schuss vorbereitet.

Wenige Minuten nach dem Schuss sind noch warme Schweiß- oder Hautpartikel am Anschuss zu finden. In offenen Beständen kann man das Gelände weiträumig absuchen und wird durchaus fündig, denn der Wildkörper ist sehr deutlich sichtbar. Die Entfernung kann hier sogar einige hundert Meter betragen, sofern die Optik das Objekt tatsächlich direkt anstrahlen kann.

Bei Nachsuchen in die Dämmerung hinein wird die weitere Suche meist abgebrochen und erst am nächsten Morgen weitergeführt. Hier empfiehlt sich lediglich ein Einsatz der Wärmebildkamera zum Aufsuchen des Anschusses, sowie zum von dort aus gehenden Absuchen der näheren Umgebung. Dies sollunbedingt verhindern, dass die potentielle Krankfährte, sowie Pirschzeichen nicht durch unbedachtes darüber Laufen zur Belastung einer späteren Nachsuche mit einem Schweißhund wird.

Eine längere Nachsuche bleibt daher nach wie vor unbedingt einem Spezialisten vorbehalten.

Auch hier gilt: Der Schweißhund ist durch nichts zu ersetzen.

Fazit:

Die Investition von ca. 13.000 € kann nicht als Maßstab für die Wertigkeit genommen werden. Wir sind dankbar, dass uns Sponsoren die Anschaffung möglich gemacht haben.

Unser zeitlicher Aufwand ist enorm und wir leisten den gerne im Sinne des Natur- und Tierschutzes.